Unbunt

„Natürlich ist es immer Glück.“*

Die Farbe wegzulassen befreit das Bild von einer Informationsschicht, die oft dem Hintergrundrauschen einer schlechten Tonaufnahme gleicht. Sie ist da, aber bedeutunglos und irritierend. Noch nie war ein Bild deshalb gut, weil es bunt war. „Unbunt“ bedeutet für mich nicht zwingend reines Schwarzweiß. Wenn man die Sättigung verringert passiert viel mit den Farben, manche verschwinden einfach, andere werden zu lebendigen Grautönen und einige zeigen erst Jetzt, welch feine Information sich hinter dem Bunt versteckt hat.

Auch in monochromen Sepia- oder Blautönen befreit sich manches Motiv vom „Hübschen“, „Realistischen“ und gelangt zur Wahrheit.

*Henri Cartier-Bresson