WAS IM GEDÄCHTNIS BLEIBT...

MINDSCAPES

Wenn zwei Menschen das gleiche gesehen oder erlebt haben, werden sie völlig unterschiedlich darüber berichten. In unserem Kopf entsteht aus scheinbar objektiv Erlebtem ein subjektives Bild verschiedenster Versatzstücke aus dem Fundus unserer Erfahrungen. Kein Bild gibt die Wirklichkeit wieder. Gefühle, Erfahrungen und situative Elemente prägen das, was von einer Ansicht in unserer Erinnerung bleibt.

Schon der Bildausschnitt im Moment des Fotografierens selektiert aus der Gesamtheit der Eindrücke einen geringen Ausschnitt als „aufnehmenswert“. Geräusche, Gerüche und Gefühle bleiben dabei ganz außen vor. Nach einiger Zeit überlagern sich die Erinnerungen und lassen ein Bild entstehen, das sich völlig von dem als „real“ empfundenen Momenteindruck unterscheidet.
„Mindscapes“ ist mein Name für Bilder, die einige Zeit nach dem „Seh-Erlebnis“ im Kopf entstehen. Überlagert mit Strukturen, farblich verändert, vielleicht verschwommen – aber auf jeden Fall einzigartig. So individuell wie sich die Erinnerung jedes Einzelnen an einen gemeinsam erlebten Moment unterscheidet. Die Bildserien des Projektes „Mindscapes“ sind Landschaftsaufnahmen und Stadtansichten als „Momentaufnahmen der Erinnerung“.
Ausgangspunkt aller Arbeiten ist eine Fotografie. Dieses Bild repräsentiert den Startzeitpunkt der Erinnerung, den flüchtigen Eindruck, den ich vor Ort gewonnen habe. Dieses Bild wird überlagert mit Strukturen, die aus anderen Plätzen und Momenten stammen. So wie auch unser Gedächtnis die vielen gespeicherten Eindrücke überlagert. Die Farbigkeit des Originalfotos, die ja schon technisch bedingt nur bedingt Anspruch an Realitätstreue hat, wird in weiteren Schritten modifiziert.
Was entsteht ist ein vielschichtiges Motiv, in dem sich Einzelbilder kombinieren, wie die Klänge der Instrumente in einem Orchester.